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Friday, October 30, 2026

Holly Win: Ein Kurzfilmprojekt zeigt, wie Medienbildung an der Schule konkret wird

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Ein Klassenzimmer, ein Laptop und drei Jugendliche, die diskutieren, welche Einstellung ihre Geschichte trägt: Genau hier beginnt Holly Win. Das Projekt an der NMS Brüsslgasse setzt nicht auf theoretische Vorträge über Medien, sondern auf die Erfahrung, selbst einen Kurzfilm zu produzieren – von der ersten Idee bis zur Vorführung.

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Das Problem: Medien konsumieren, aber nicht gestalten

Viele Schüler:innen nutzen täglich Videos, Memes und Kurzclips, haben aber selten Gelegenheit, die Regeln hinter einem Bild zu verstehen. Sie wissen, wie man Inhalte konsumiert, aber nicht, wie man sie verantwortungsvoll herstellt.

Die Ursache liegt oft im Unterrichtsalltag: Medienbildung bleibt bei Gerätebedienung oder Sicherheitshinweisen stehen. Die Lösung von Holly Win ist praktisch: Schüler:innen übernehmen Rollen, treffen Entscheidungen und erleben, welche Wirkung Ton, Schnitt und Perspektive haben.

Wie Holly Win arbeitet

Das Projekt führt Teams durch einen klaren Produktionsprozess. Zuerst entsteht ein Treatment, also eine kurze Beschreibung der Geschichte. Danach folgen Storyboard, Drehplan, Aufnahme und Schnitt. Die Projektseite von Holly Win macht diesen Ablauf sichtbar und zeigt, dass es nicht um perfekte Technik geht, sondern um nachvollziehbare Schritte.

Der Ablauf in sechs Wochen

In sechs Wochen arbeiten die Jugendlichen in Kleingruppen an ihren Filmen. Jede Woche hat eine klare Aufgabe, damit aus einer Idee kein endloses Basteln wird.

  • Woche 1: Thema finden, Figuren skizzieren, Treatment schreiben.
  • Woche 2: Storyboard zeichnen und Kameraeinstellungen festlegen.
  • Woche 3: Drehorte prüfen, Requisiten organisieren, Drehplan erstellen.
  • Woche 4–5: Drehen, Material sichten und Schnittfassung erstellen.
  • Woche 6: Präsentation mit Feedbackrunde und kurzer Reflexion im Team.

Was die Schüler:innen dabei lernen

Die Jugendlichen lernen nicht nur den Umgang mit Kamera und Schnittprogramm. Sie üben auch, Entscheidungen zu begründen, Kritik anzunehmen und Termine einzuhalten. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Team wollte eine lange Kamerafahrt, merkte beim Test aber, dass die Szene ohne Schnitt unverständlich blieb. Die Lösung war keine bessere Ausrüstung, sondern eine klarere Bildfolge.

Warum das Projekt über die Schule hinaus wirkt

Holly Win zeigt, dass Medienkompetenz dann greift, wenn sie mit einem konkreten Produkt verbunden ist. Wer einmal erlebt hat, wie stark ein Schnitt die Wahrnehmung verändert, beurteilt auch fremde Videos aufmerksamer. Für andere Schulen ist der Ansatz übertragbar: klare Phasen, feste Rollen und eine Präsentation, die nicht Perfektion, sondern nachvollziehbare Entscheidungen sichtbar macht.

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